BaltBest

Das Akkronym BaltBest steht für „Einfluss der Betriebsführung auf die Effizienz von Heizungsaltanlagen im Bestand“.

Es ist das größte laufende Forschungsprojekt seiner Art in Deutschland und ist eine Weiterführung der Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand. Sieben große Wohnungsunternehmen, der Branchenverband sowie Industriepartner aus dem Heizungs- und Energiebereich haben sich dafür zusammengeschlossen.

 

Das Projekt wird mit 1,1 Mio. Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Es läuft von Dezember 2018 bis Mai 2021.

Forschungsvorhaben

Ziel ist es,

  1. Methoden zu entwickeln, mit denen die Energieeffizienz der Wärmeversorgungssysteme in Mehrfamilienhäusern verbessert wird.
  2. Optimierungsmöglichkeiten der Betriebsführung von Heizungsanlagen im Bestand zu finden.
  3. Möglichkeiten der Unterstützung der Mieter beim energiesparsamen Verhalten zu ergründen.

Datenlage

Insgesamt 100 Mehrfamilienhäuser von Wohnungsunternehmen aus dem Mitgliederkreis des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW wurden ab 2018 für das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 1,1 Millionen Euro geförderte Projekt mit einer Funk-Messinfrastruktur mit über 5.800 Sensoren des Energiedienstleisters Techem ausgestattet. Zur Auswertung erreichen täglich 3,9 Millionen Telegramme die Forschungsinstitute EBZ Business School – University of Applied Sciences sowie wöchentlich die Technische Universität Dresden. Das EBZ Forschungsinstitut InWIS befragt darüber hinaus die Mieter der Wohnungen zu ihrem Heizverhalten. Das Forschungsprojekt läuft über drei Heizperioden von Dezember 2018 bis Mai 2021.

Bisherige Ergebnisse über Effizienzpotenziale in Anlagentechnik und Nutzerverhalten

    1. Die wohnungswirtschaftlichen Prozesse rund um die Gebäudebeheizung lassen sich deutlich optimieren. Der kontinuierlichen Überwachung der Anlagentechnik und dem guten Management von Mieterbeschwerden kommen hierbei Schlüsselrollen zu. Beides ermöglicht ein Eingreifen bevor negative Folgen Mieter erreichen.
    2. Ebenso viel Potenzial für mehr Energieeinsparung bietet die Anpassung des Nutzerverhaltens bei der Heizungseinstellung in den einzelnen Wohnungen: Die Heizungsnutzer können durch regelmäßige digitale Informationen über ihre individuelle Heizungseinstellung mithilfe von Smart-Home-Systemen ihr Heizverhalten anpassen, dadurch Energiekosten sparen und den Verbrauch insgesamt senken.
    3. Bestands-Heizungsanlagen sind häufig überdimensioniert. Wird eine Heizungsanlage ausgetauscht, orientiert sich die Leistung der neuen Anlage bislang oft eher an der alten Anlage als an dem konkreten Leistungsbedarf des Gebäudes.
    4. Eine hydraulisch abgeglichene Anlage ist eine wichtige Voraussetzung für die effiziente Einstellung der Heizungsanlagen. Die Effizienz der Heizungsanlage kann bei hydraulisch abgeglichener Anlage, z.B. durch die Absenkung der Vor- und Rücklauftemperaturen, optimiert werden.
    5. Heizleistung und Vorlauftemperaturen werden im täglichen Betrieb bisher häufig nur unzureichend an die Außentemperaturen angepasst. Diesbezügliche Einstellmöglichkeiten werden noch zu zaghaft genutzt. Überversorgung führt zur Verschwendung, höheren Wärmeverlusten und ineffizientem Anlagenverhalten.
    6. Wirksame Nachtabsenkungen sind im Bestand noch die Ausnahme.
    7. Gleichzeitig setzt ein Teil der Mieter bereits auf individuelle private Smart-Home-Systeme, um die Raumwärme ihrem persönlichen Bedarf anzupassen, während andere dies konsequent ablehnen. Eine heterogene Ausstattung der Gebäude behindert jedoch eine generelle Systemoptimierung. Nur durch den Einsatz einheitlicher Smart-Home-Systeme kann auch die Gesamtregelung der Heizung im Gebäude insgesamt optimiert werden.
    8. Die Technik der Smart-Home-Systeme ist heute auf den Einsatz in Einfamilienhäusern zugeschnitten: Die Nutzerassistenzsysteme benötigen für einen breiten, wohnungswirtschaftlichen Einsatz eine Weiterentwicklung. Hierbei spielen Bedienbarkeit, Grundeinstellungen und der Datenaustausch über den Wärmebedarf der Wohnungen zum Wärmeerzeuger eine wichtige Rolle.

Drei Faktoren zum Erreichen von Energieeinsparungen

Energieeinsparungen wurden unter folgenden Bedingungen erreicht:

  1. Durch eine witterungsgefürte Vorlauftemperatur konnten niedrige Rücklauftemperatur erreicht werden, der Brenntwerteffekt konnte besser ausgenutzt werden und außerdem der Leistungsüberschuss bei höheren Außentemperaturen reduziert werden. ein faktor bei der Reduzierung des Leistungsüberschusses ist die Anpassung der Pumpleistung auf den tatsächlichen Bedarf.
  2. Geregelter Zugang zur Anlage – keine unkontrollierte Verstellung von Sollwerten für Temperaturen und Umwälzpumpen – idealer Weise unterstützt durch eine dauerhafte, digitale Überwachung der Anlagenparameter
  3. Reduzierung der Raumtemperaturen bei Abwesenheit der Bewohner oder temporärer Nicht-Nutzung von Räumen und bestimmungsgemäße Installation und Nutzung der Smart-Home-Systeme.
Quelle: EBZ

Bildquelle: EBZ

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Margarethe Danisch
EBZ Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: + 49 234 9447 609
E-Mail: m.danisch@e-b-z.de

Andreas Schichel
GdW Bundesverband der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.
Pressesprecher & Leiter Pressestelle
Tel: +49 30 82403150
E-Mail: schichel@gdw.de

Silke Rehlaender
Pressesprecherin
Senior Corporate Communications Manager
Techem Energy Services GmbH
Tel: +49 6196 522-2947
E-Mail: silke.rehlaender@techem.de